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TRANSPORTMANAGEMENT

Digitalisierung in der Transportlogistik pushen — mit staatlicher Förderung

Lese­zeit: 3 min

Die Digi­ta­li­sie­rung war auch in der Lkw-Tran­s­­por­t­­lo­­gis­­ti­k­­bran­che eines der bestim­men­den Kern­the­men der ver­gan­ge­nen Quar­ta­le. Und dies nicht zuletzt auf­grund der Tat­sa­che, dass die Fol­gen der Coro­­na-Pan­­de­­mie gra­vie­ren­de Aus­wir­kun­gen auf die Funk­ti­ons­fä­hig­keit der Sup­ply Chain offen­bart haben und damit die bereits vor­her bestehen­den „haus­ge­mach­ten“ Ver­säum­nis­se noch wei­ter ver­stärkt haben. Ange­sichts die­ser jüngs­ten Ent­wick­lun­gen ver­wun­dert es nicht, dass laut aktu­el­len Umfra­gen fast 90 % aller Logis­tik­ent­schei­der in der Digi­ta­li­sie­rung von Geschäfts­pro­zes­sen gro­ße Chan­cen für ihr Unter­neh­men sehen.[1]

Doch Inno­va­tio­nen bedin­gen auch immer vor­he­ri­ge Inves­ti­tio­nen. Egal, ob es Inves­ti­tio­nen in den Fuhr­park, in Hard­ware oder in Soft­ware sind — die Anschaf­fung von Tech­no­lo­gie ist immer auch mit Kos­ten ver­bun­den. Hoch­wer­ti­ge Hard­ware und inno­va­ti­ve Soft­ware­lö­sun­gen, die heut­zu­ta­ge bereits mit Metho­den der Künst­li­chen Intel­li­genz ope­rie­ren, haben ihren berech­tig­ten Preis, da sie die Effi­zi­enz im Unter­neh­men stei­gern, den Kun­den­ser­vice und die Kun­den­kom­mu­ni­ka­ti­on ver­bes­sern, Auf­wän­de redu­zie­ren und damit nach­hal­tig Kos­ten sen­ken. Einen Teil der dafür not­wen­di­gen Anschaf­fungs­kos­ten kön­nen sich Trans­port­un­ter­neh­men und Ver­sen­der aller­dings über För­der­pro­gram­me wie­der „zurück­ho­len“, wie z. B. über die De-mini­­mis-För­­de­­rung, für die das Bun­des­amt für Güter­ver­kehr zustän­dig ist.

De-minimis — staatliche Förderhilfe seit 2009

Das De-mini­­mis-För­­der­­pro­­gramm für den Güter­kraft­ver­kehr ist im Zuge der Rück­füh­rung von Lkw-Mau­t­ein­­nah­­men ins Leben geru­fen wor­den. För­der­be­rech­tigt sind daher nur jene Unter­neh­men, die

- Güter­kraft­ver­kehr im Sinn des § 1 GüKG durch­füh­ren

- Hal­ter oder Eigen­tü­mer min­des­tens eines schwe­ren Nutz­fahr­zeu­ges (Kraft­fahr­zeug mit einer zuläs­si­gen Gesamt­mas­se von min­des­tens 7,5 t, das aus­schließ­lich zum Güter­kraft­ver­kehr dient) sind.

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Die Höhe der För­der­zu­wen­dun­gen ist pro Unter­neh­men auf max. 33.000 € pro jähr­li­cher För­der­pe­ri­ode gede­ckelt, sie bemisst sich u.a. nach Anzahl der Lkw, die durch die Maß­nah­men „opti­miert“ wer­den. Da pro Fahr­zeug max. 2.000 € För­de­rung flie­ßen, ist die De-Mini­­mis-För­­de­­rung spe­zi­ell bei Unter­neh­men mit klei­nen Fuhr­parks attrak­tiv, da ihr hier eine grö­ße­re betriebs­wirt­schaft­li­che Bedeu­tung bei­gemes­sen wer­den kann. Aber auch Trans­port­un­ter­neh­mer und Ver­sen­der mit grö­ße­ren Fuhr­parks erhal­ten mit De-mini­­mis ein inter­es­san­tes Instru­ment zur Teil­fi­nan­zie­rung von Tech­no­lo­gie­in­no­va­tio­nen.

Im Rah­men des De-mini­­mis För­der­pro­gram­mes wer­den Unter­neh­men des Güter­kraft­ver­kehrs mit schwe­ren Nutz­fahr­zeu­gen geför­dert, die Maß­nah­men zur För­de­rung von Sicher­heit und Umwelt durch­füh­ren. Die­se Maß­nah­men las­sen sich dabei in drei Teil­be­rei­che unter­schei­den:

  1. fahr­zeug­be­zo­ge­ne Maß­nah­men
  2. per­so­nen­be­zo­ge­ne Maß­nah­men
  3. Maß­nah­men zur Effi­zi­enz­stei­ge­rung.

Der Defi­ni­ti­on nach wer­den sämt­li­che Akti­vi­tä­ten zur Ein­füh­rung von inno­va­ti­ven Tech­no­lo­gien, die der Digi­ta­li­sie­rung von Infor­ma­tio­nen und Pro­zes­sen die­nen, dem drit­ten Teil­be­reich zuge­ord­net, da die­se einen direk­ten Ein­fluss auf den Effi­zi­enz­grad des ein­ge­setz­ten Fuhr­parks haben. Und somit Kraft­stoff­ver­brauch, Kilo­me­ter­leis­tung und Emis­si­ons­wer­te posi­tiv beein­flus­sen.

Förderfähige Maßnahmen zur Effizienzsteigerung

Aber wel­che Maß­nah­men spe­zi­ell sind för­der­fä­hig? Hier­zu zählt beson­ders die Anschaf­fung und Ein­füh­rung von Tele­ma­tik­sys­te­men. Sowohl der Kauf, Mie­te als auch Lea­­sing- und War­tungs­kos­ten sind hier­bei för­der­fä­hig. Und das sowohl für Hard­ware und Soft­ware, die im Rah­men der Lösung benö­tigt wer­den. Zudem sind auch Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kos­ten für den Betrieb der Tele­ma­tik­sys­te­me för­der­fä­hig, wobei hier aus­schließ­lich die Kos­ten der Daten­kom­mu­ni­ka­ti­on betrach­tet wer­den.

Neben der Anschaf­fung von kom­plet­ten Tele­ma­tik­sys­te­men wer­den aber auch ande­re Soft­ware­lö­sun­gen geför­dert, z.B. Lösun­gen, die die Dar­stel­lung, Aus­wer­tung und Ver­wal­tung der Daten aus digi­ta­len Tacho­gra­fen anbie­ten. Ein Groß­teil der im Markt erhält­li­chen Lkw-Tran­s­­por­t­­ma­­na­ge­­ment-Sof­t­­wa­re­­lö­­sun­­­gen beinhal­tet sol­che Funk­tio­na­li­tä­ten. Die Ein­stiegs­hür­de ist für die meis­ten Trans­port­un­ter­neh­mer somit sehr gering gesetzt.

Frühzeitige Antragstellung wichtig

Dass den­noch nicht alle bean­tra­gen­den Unter­neh­men eine För­de­rung bewil­ligt bekom­men, liegt dar­an, dass die De-mini­­mis För­der­töp­fe end­lich sind und nach dem First-Come-First-Ser­­ved-Prin­­zip ver­teilt wer­den. Wich­tig ist daher vor allem eine recht­zei­ti­ge und voll­stän­di­ge Antrags­stel­lung, um in der kom­men­den För­der­pe­ri­ode 2022 berück­sich­tigt zu wer­den.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum De-Mini­­mis-För­­der­­pro­­gramm fin­den Sie auf der Web­sei­te des Bun­des­am­tes für Güter­ver­kehr.

[1] BVL e.V. Sup­ply Chain Mana­ge­­ment-Stu­­die BVL e.V., 2020

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Markus Rachow
Autor:
Mar­kus Rachow

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