TRANSPORTMANAGEMENT

Automatische Lkw-Tourenplanung – mehr als nur Cost-cutting!

Lese­zeit: 4 min

„Brau­che ich eigent­lich eine auto­ma­ti­sche Lkw-Tou­­ren­­pla­­nung oder kom­me ich ohne aus?“ Dies ist aktu­ell eine häu­fig gestell­te Fra­ge. „Spa­re ich dabei am Ende über­haupt irgend­was?“, eine wei­te­re inter­es­san­te. Die Wahr­heit ist, dass eine auto­ma­ti­sche Lkw-Tou­­ren­­pla­­nung hel­fen kann, Dis­­po­­si­­ti­ons-Pro­­zes­­se auf ein ande­res Level zu heben! Die Auto­ma­ti­sie­rung – rich­tig gemacht – bringt Unter­neh­men gleich auf ver­schie­de­nen Ebe­nen wei­ter.

Prozessbeschleunigung

Ein ganz wesent­li­cher Aspekt im Zuge der Auto­ma­ti­sie­rung der Dis­po­si­ti­on ist die Pro­­zess-Effi­zi­enz. Ein­fa­che, wie­der­keh­ren­de, gleich­blei­ben­de manu­el­le Tätig­kei­ten kön­nen nahe­zu voll­stän­dig eli­mi­niert wer­den. Dies sind inter­es­san­ter­wei­se die für den Men­schen am wenigs­ten anre­gen­den und die am bes­ten auto­ma­ti­sier­ba­ren Tätig­kei­ten. Dazu zäh­len in ers­ter Linie das Suchen sowie das Zusam­­men- und Bereit­stel­len von Daten als Grund­la­ge der Pla­nung. Allei­ne dies ist eine enor­me Ent­las­tung für mensch­li­che Dis­po­nen­ten. Bereits hier kön­nen Res­sour­cen für ande­re wert­schöp­fen­de Tätig­kei­ten im Rah­men der Dis­po­si­ti­on frei­ge­setzt wer­den – z.B. für die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit Kun­den. In der Fol­ge kön­nen die Pro­zess­kos­ten durch den Weg­fall manu­el­ler Tätig­kei­ten bereits deut­lich redu­ziert wer­den.

Im Zuge der Auto­ma­ti­sie­rung der Dis­po­si­ti­on geht es aber nicht nur um ein­fa­che manu­el­le Tätig­kei­ten. Die Erstel­lung von Tou­ren­plä­nen stellt durch­aus eine intel­lek­tu­ell äußerst anspruchs­vol­le Tätig­keit dar. Hier wer­den im Regel­fall Dis­po­nen­ten mit gro­ßer Erfah­rung benö­tigt, die dann wie­der­keh­rend einen gro­ßen Teil Ihrer Zeit mit Pla­nungs­auf­ga­ben ver­brin­gen. Leis­tungs­fä­hi­ge Pla­nungs­ver­fah­ren kön­nen die­se Auf­ga­ben jedoch in sehr viel kür­ze­rer Zeit durch­füh­ren. In der Regel wird der Auf­wand für die Erstel­lung eines neu­en Plans von ursprüng­lich meh­re­ren Stun­den auf weni­ge Minu­ten redu­ziert. Manu­el­ler Input ist dabei gar nicht oder nur nach­ge­la­gert zur Über­prü­fung nötig. An die­ser Stel­le kön­nen noch­mals  in erheb­li­chem Umfang Pro­zess­kos­ten ein­ge­spart wer­den.

Motivation

Ein­her mit den oben genann­ten Aspek­ten geht in der Regel auch eine erhöh­te Moti­va­ti­on der Mit­ar­bei­ter und mehr Spaß an der Arbeit. Durch den Weg­fall ein­tö­ni­ger Auf­ga­ben kön­nen Moti­va­ti­on und Spaß an der Arbeit oft­mals deut­lich gestei­gert wer­den. Auch der Umgang mit einem moder­nen Tool selbst kann die Moti­va­ti­on von Mit­ar­bei­tern erheb­lich stei­gern. Für jun­ge, tech­­nik-affi­­ne Men­schen birgt der Ein­satz von digi­ta­len Werk­zeu­gen und von Metho­den der Künst­li­chen Intel­li­genz einen hohen Anreiz. Der Stolz auf einen moder­nen Arbeits­platz wirkt auf das Selbst­wert­ge­fühl von Mit­ar­bei­tern und hat eine zusätz­lich moti­vie­ren­de Wir­kung, die nicht zu unter­schät­zen ist.

Abb. Dis­po­nent

Höhere Planqualität, weniger Verspätungen, geringere Kosten

Ein wei­te­rer Aspekt – und zudem der am häu­figs­ten erwar­te­te Aspekt der Auto­ma­ti­sie­rung der Dis­po­si­ti­on – ist die Ver­bes­se­rung der Plan- und Ergeb­nis­qua­li­tät. Ein leis­tungs­fä­hi­ges Opti­mie­rungs­ver­fah­ren ist in der Lage, zuver­läs­sig gute Tou­ren­plä­ne mit gleich­blei­bend hoher Ergeb­nis­qua­li­tät zu erzeu­gen. Erreicht wird dies durch eine effi­zi­en­te­re Zusam­men­stel­lung von Auf­trä­gen und Tou­ren. Gerin­ge­re Fahrt­zei­ten und kür­ze­re Gesamt­stre­cken und damit ein­her­ge­hend auch weni­ger CO2- und sons­ti­ge Schad­stoff­be­las­tun­gen für die Umwelt sind die Fol­ge. Dar­über hin­aus kön­nen mit Hil­fe opti­mier­ter Tou­ren­plä­ne Ver­spä­tun­gen in der Regel deut­lich redu­ziert und damit der Ser­vice­le­vel erhöht wer­den.

Wie­viel genau hier­bei ein­ge­spart wer­den kann, hängt aller­dings natür­lich davon ab, wie gut die Dis­po­nen­ten ihrer Arbeit bis­her nach­gin­gen. Erfah­re­ne Dis­po­nen­ten, die ihr Geschäft seit Jah­ren ken­nen, sind oft­mals selbst in der Lage sehr gute Plä­ne zu erstel­len. Ein Vor­teil der Auto­ma­ti­sie­rung liegt aber dar­in, dass auch dann zuver­läs­sig gute Tou­ren­plä­ne erstellt wer­den, wenn es mal stres­sig ist oder Kno­w­how-Trä­ger im Urlaub sind. Des­halb ergibt sich unter dem Strich in jedem Fall eine Qua­li­täts­ver­bes­se­rung und Kos­ten­re­du­zie­rung.

Mehr Transparenz

Mit den oben genann­ten Aspek­ten ein­her geht auch ein wei­te­rer wich­ti­ger Aspekt, näm­lich die Erhö­hung der Trans­pa­renz. Durch die auto­ma­tisch dis­po­nier­ten Plä­ne kann jeder­zeit ohne viel Auf­wand ein ers­ter Plan und damit ein Aus­blick gene­riert wer­den, was in kom­men­den Zeit­räu­men nach jeweils aktu­el­ler Auf­trags­la­ge zu tun ist und wie hoch bei­spiels­wei­se die zu erwar­ten­de Res­­sour­cen-Aus­­las­­tung sein wird. Ent­spre­chend kön­nen Eng­päs­se früh­zei­tig erkannt und dage­gen­ge­steu­ert wer­den.

Dar­über hin­aus ist es auf­grund der kur­zen Rechen­zei­ten auto­ma­ti­scher Tou­ren­pla­nungs­ver­fah­ren mög­lich, ver­schie­de­ne Alter­na­tiv­sze­na­ri­en rech­nen zu las­sen, um zu prü­fen, wie sich eine Erhö­hung oder Redu­zie­rung der ver­füg­ba­ren Fahr­zeug­res­sour­cen aus­wirkt.

Und auch die Ver­gan­gen­heits­be­trach­tung wird sehr viel ein­fa­cher. Sämt­li­che Daten über bereits aus­ge­führ­te Plä­ne lie­gen digi­tal vor. Die Ermitt­lung von Kenn­zah­len wird auf ein­fa­che Wei­se mög­lich.

Unabhängigkeit von individuellem Erfahrungs-Wissen

Ins­ge­samt wird durch die Stan­dar­di­sie­rung und Auto­ma­ti­sie­rung von Pro­zes­sen Wis­sen expli­zit digi­ta­li­siert, das zuvor nur impli­zit und teil­wei­se nur bei ein­zel­nen erfah­re­nen Per­so­nen vor­han­den war. Erreicht wird damit also eine grö­ße­re Unab­hän­gig­keit vom Wis­sen ein­zel­ner. Wie bereits beschrie­ben, kön­nen somit auch dann noch gute Trans­port­plä­ne erstellt wer­den, wenn z.B. Kno­w­how-Trä­ger kurz­fris­tig nicht ver­füg­bar sind. Dis­po­nen­ten aus ver­schie­de­nen Berei­chen kön­nen sich leich­ter im Urlaub oder Krank­heits­fall ver­tre­ten las­sen. Auch die Ein­ar­bei­tungs­zeit neu­er Mit­ar­bei­ter wird erheb­lich ver­kürzt und das Aus­schei­den lang­jäh­ri­ger Mit­ar­bei­ter ist somit leich­ter zu ver­schmer­zen.

Fazit

Das The­ma Auto­ma­ti­sie­rung der Dis­po­si­ti­on ver­dient ein­deu­tig mehr Begeis­te­rung! Es ist kein rei­nes Effi­zi­enz-The­­ma. Es geht nicht um stu­pi­des Cost-cut­­ting. Es geht dar­um, die Arbeits­mit­tel und die Pro­zes­se von Dis­po­nen­ten, Fah­rern und angren­zen­den Berei­chen zu moder­ni­sie­ren. Es geht dar­um mono­to­ne, wie­der­keh­ren­de Auf­ga­ben zu auto­ma­ti­sie­ren und Raum für neue span­nen­de Auf­ga­ben zu schaf­fen, die vor­her zu kurz gekom­men sind. Und nicht zuletzt geht es dar­um die Wett­be­werbs­po­si­ti­on nach­hal­tig zu ver­bes­sern.

Es ist also nicht die Krö­te, die alle schlu­cken müs­sen. Die Auto­ma­ti­sie­rung der Dis­po­si­ti­on ist die gro­ße Chan­ce nahe­zu sämt­li­che Dis­­po­­nen­­ten-Täti­g­kei­­ten gleich­zei­tig ein­fa­cher, span­nen­der und dabei auch noch effek­ti­ver gestal­ten zu kön­nen.

Die­ser Bei­trag ist auch bei Lin­kedIn Pul­se erschie­nen.

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Dr. Sebastian Friedrich
Autor:
Dr. Sebas­ti­an Fried­rich

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