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TRANSPORTMANAGEMENT

4 wichtige Tipps für die erfolgreiche Einführung einer automatisierten Disposition

Lese­zeit: 5 min

Die Vor­tei­le einer auto­ma­ti­schen Dis­po­si­ti­on lie­gen auf der Hand: Auf­wands­re­du­zie­rung, gleich­blei­bend hohe Plan­qua­li­tät, mehr Trans­pa­renz und Moti­va­ti­on der Mit­ar­bei­ter (sie­he Auto­ma­ti­sche Lkw-Tou­­ren­­pla­­nung – mehr als nur Cost-cut­­ting!). Im Zuge der Ein­füh­rung gibt es aller­dings ein paar Din­ge, die Sie beach­ten soll­ten, damit Sie am Ende auch die oben genann­ten Bene­fits, die eine auto­ma­ti­sche Dis­po­si­ti­on im Ide­al­fall bie­tet, ein­fah­ren kön­nen.

1. Erstellen Sie eine Step-by-Step-Roadmap

Eine voll­stän­di­ge Auto­ma­ti­sie­rung der Dis­po­si­ti­on kann nicht in einem Schritt erfol­gen. Die Idee, an Tag x einen Schal­ter umzu­le­gen und „ab da ist alles auto­ma­ti­siert“ ist in der Pra­xis nicht rea­li­sier­bar und ganz und gar nicht sinn­voll. Viel­mehr soll­te von Anfang an ein Vor­ge­hen in meh­re­ren Ein­zel­schrit­ten geplant wer­den. Eine der wich­tigs­ten Vor­aus­set­zun­gen für eine erfolg­rei­che Auto­ma­ti­sie­rung der Dis­po­si­ti­on ist daher eine durch­dach­te, mit allen Sta­ke­hol­dern abge­stimm­ten Road­map.

Wich­ti­ge Fra­gen, die Sie in die­sem Zusam­men­hang für sich beant­wor­ten soll­ten, sind die fol­gen­den:

  • Wel­ches sind die Auto­ma­ti­sie­rungs­schrit­te, mit denen bereits zu Beginn schnell ers­te Erfol­ge erzielt wer­den kön­nen?
    Die ers­ten Schrit­te sind von gro­ßer Bedeu­tung für eine lang­fris­tig ange­leg­te Auto­­ma­­ti­­sie­­rungs-Stra­­te­­gie. Frü­he Erfol­ge moti­vie­ren alle Betei­lig­ten. Dar­über hin­aus setz­ten frü­he wirt­schaft­li­che Erfol­ge Mit­tel frei, die für eine zügi­ge Umset­zung wei­te­rer Schrit­te ggf. genutzt wer­den kön­nen.
  • Wel­chen Auto­ma­ti­sie­rungs­grad möch­te ich per­spek­ti­visch errei­chen (Visi­on)?
    Ver­su­chen Sie einen Ziel­zu­stand oder ein lang­fris­ti­ges Etap­pen­ziel zu defi­nie­ren; wel­chen Auto­ma­ti­sie­rungs­grad wol­len sie in 5 Jah­ren erreicht haben? Auch wenn Sie noch nicht exakt wis­sen, was tech­nisch für die Rea­li­sie­rung not­wen­dig ist, so wird Ihnen die­ses Ziel als Kom­pass die­nen. Von wel­chen Tätig­kei­ten wol­len Sie ihre Dis­po­nen­ten befrei­en bzw. wel­che Tätig­kei­ten sol­len per­spek­ti­visch auto­ma­ti­siert sein? Wel­che Kon­se­quen­zen und wel­che Optio­nen erge­ben sich dar­aus für die Work­flows in der Dis­po­si­ti­on?
  • Wel­che — jeweils iso­liert Nut­zen stif­ten­den — Zwi­schen­schrit­te sol­len auf dem Weg erreicht wer­den?
    Gestal­ten Sie den „mitt­le­ren“ Teil Ihrer Road­map sorg­fäl­tig aus. Hier geht es dar­um einen moti­vie­ren­den, aber rea­lis­ti­schen Plan auf­zu­stel­len. Schnel­le Erfol­ge sind dann idea­ler Wei­se schon erzielt. Daher wird es hier umso wich­ti­ger, kon­ti­nu­ier­lich mit ein­zel­nen Schrit­ten wei­te­re Ver­bes­se­rung für Ihr Unter­neh­men zu rea­li­sie­ren.
    Einen Leit­fa­den für eine sinn­vol­le Fol­ge von Auto­ma­ti­sie­rungs­schrit­ten fin­den Sie auch in unse­rem aktu­el­len E‑Book “Schritt für Schritt zur Auto­ma­ti­schen Dis­po­si­ti­on”.
Schrittweise Roadmap zur Einführung einer automatisierten Disposition

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2. Bringen Sie Ihre Daten in Form

Auto­ma­ti­sie­rung bedeu­tet immer, dass eine Maschi­ne den Men­schen bei Pro­zes­sen und Ent­schei­dun­gen unter­stützt. Die Maschi­ne kann dabei aber nur die Daten nut­zen, die digi­tal vor­lie­gen. Sind die­se Daten von schlech­ter Qua­li­tät oder spie­geln sie nicht die betrieb­li­che Rea­li­tät wider, so wird auch ein auto­ma­ti­siert erstell­tes Ergeb­nis unbe­frie­di­gend sein. Die Auto­ma­ti­sie­rung lie­fert dann kei­nen Vor­teil, son­dern eher Nach­tei­le.

Des­halb ist es wich­tig, dass Sie Ihre Daten im Rah­men des Digi­ta­li­sie­rungs­pro­jek­tes in Form brin­gen. Dabei geht es nicht nur um die Kor­rek­tur von Daten­feh­lern, son­dern auch dar­um, Dis­po­si­ti­ons­wis­sen aus den Köp­fen Ihrer Mit­ar­bei­ter in eine digi­tal ver­wert­ba­re Form zu brin­gen.

Im Fokus ste­hen ins­be­son­de­re fol­gen­de Daten­fel­der:

  • Auf­­­trags- und Arti­kel­da­ten
  • Stand­ort­da­ten
  • Fahr­zeug­da­ten
  • Ent­schei­dungs­re­geln für die Fah­­rer- und Fahr­zeug­zu­ord­nung

Wei­ter­füh­ren­de Tipps zur Ver­bes­se­rung der Daten­qua­li­tät fin­den Sie auch in mei­nem Arti­kel “Wie Sie die Daten­qua­li­tät in Ihrer Dis­po­si­ti­on in den Griff bekom­men”.

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3. Wählen Sie den Softwarepartner, der zu Ihnen und Ihren Zielen passt

Ein guter Soft­ware­part­ner, der Sie wäh­rend Ihres Auto­­ma­­ti­­sie­­rungs-Pro­­­zes­­ses ste­tig beglei­tet, ist von nicht zu unter­schät­zen­dem Wert. Die Wahl des rich­ti­gen Part­ners hat des­halb gro­ßen Ein­fluss auf den Nut­zen, den Sie mit der Auto­ma­ti­sie­rung der Dis­po­si­ti­on erzie­len kön­nen.

Eine wich­ti­ge Grund­vor­aus­set­zung ist selbst­ver­ständ­lich, dass das Soft­ware­pro­dukt selbst Ihre tech­ni­schen und fach­li­chen Anfor­de­run­gen erfüllt. Zumin­dest eben­so wich­tig ist aber, dass die Che­mie zwi­schen Ihnen und Ihrem Soft­ware­part­ner stimmt. Ein guter Soft­ware­part­ner wird Sie in der Regel über meh­re­re Aus­bau­schrit­te und den gesam­ten Nut­zungs­zeit­raum der Soft­ware beglei­ten. Prü­fen Sie also sorg­fäl­tig, wel­cher Part­ner am bes­ten zu Ihnen und ihren Anfor­de­run­gen passt. Dabei soll­ten Sie sich ins­be­son­de­re fol­gen­de Fra­gen stel­len:

  • Ver­fügt der Anbie­ter über gutes eige­nes Know­how in den für mich wich­ti­gen Auto­ma­ti­sie­rungs­the­men?
  • Kann ich bei dem Anbie­ter mit regel­mä­ßi­ger Wei­ter­ent­wick­lung der Soft­ware und Inno­va­tio­nen im Bereich der Auto­ma­ti­sie­rung der Dis­po­si­ti­on rech­nen?
  • Ist der Anbie­ter bereit, auf mei­ne indi­vi­du­el­len Anfor­de­run­gen ein­zu­ge­hen?
  • Kann ich mir vor­stel­len, lang­fris­tig mit den Mit­ar­bei­tern und der Füh­rung des Lösungs­an­bie­ters zusam­men zu arbei­ten?

4. Begeistern Sie Ihre Mitarbeiter für Ihre Vision

Und zu guter Letzt, die viel­leicht wich­tigs­te Vor­aus­set­zung für den Erfolg des Pro­jek­tes: Begeis­tern Sie Ihre Mit­ar­bei­ter von den Vor­tei­len einer Auto­ma­ti­sie­rung der Dis­po­si­ti­on! Ein wesent­li­ches Ziel der Auto­ma­ti­sie­rung besteht dar­in, ihren Mit­ar­bei­tern mono­to­ne, wie­der­keh­ren­de Auf­ga­ben abzu­neh­men und Raum für neue span­nen­de Auf­ga­ben zu schaf­fen, die vor­her zu kurz gekom­men sind. Den­noch sind Beden­ken sei­tens der Mit­ar­bei­ter bei der­ar­ti­gen Ver­än­de­run­gen eher die Regel als die Aus­nah­me. Pla­nen Sie die­se ein.

Über­le­gen Sie sich früh­zei­tig, wie Sie die Mit­ar­bei­ter für die Auto­ma­ti­sie­rung begeis­tern kön­nen. Auch die Mit­ar­bei­ter haben eine Erwar­tungs­hal­tung, die es früh­zei­tig her­aus­zu­fin­den gilt. Ängs­te sei­tens der Mit­ar­bei­ter z.B. hin­sicht­lich des Erhalts ihrer Arbeits­plät­ze oder auch nur ihrer Tätig­kei­ten sind natür­lich. Beden­ken sei­tens der Mit­ar­bei­ter, Ent­schei­dun­gen einer Maschi­ne zu über­las­sen eben­so. Hier muss gemein­sam mit den Mit­ar­bei­tern eine trag­fä­hi­ge Erwar­tungs­hal­tung ent­wi­ckelt wer­den.

Ein wesent­li­ches Ziel der Auto­ma­ti­sie­rung besteht dar­in, ihren Mit­ar­bei­tern mono­to­ne, wie­der­keh­ren­de Auf­ga­ben abzu­neh­men und Raum für neue span­nen­de Auf­ga­ben zu schaf­fen, die vor­her zu kurz gekom­men sind.

Sie brau­chen Ihre Mit­ar­bei­ter, um die Auto­ma­ti­sie­rung vor­an­zu­trei­ben. Gegen die Mit­ar­bei­ter wird es nicht funk­tio­nie­ren. Mög­li­cher­wei­se kann die Tech­ni­kaf­fi­ni­tät eini­ger Mit­ar­bei­ter genutzt wer­den, um die posi­ti­ven Effek­te einer Auto­ma­ti­sie­rung zu bewer­ben.

Die Auto­ma­ti­sie­rung der Dis­po­si­ti­on ist die gro­ße Chan­ce, die Tätig­kei­ten Ihrer Dis­po­nen­ten gleich­zei­tig ein­fa­cher, span­nen­der und dabei auch noch effek­ti­ver zu machen. Ver­mit­teln Sie dies und begeis­tern Sie Ihre Mit­ar­bei­ter damit für die Auto­ma­ti­sie­rung der Dis­po­si­ti­on!

Mitarbeiter begeistern für automatische Disposition

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Fazit

Geschäfts­pro­zes­se zu ver­än­dern und neue Soft­ware­sys­te­me ein­zu­füh­ren, ist für Unter­neh­men nahe­zu immer eine Her­aus­for­de­rung. Dies gilt im Beson­de­ren, wenn kom­ple­xe Ent­schei­dungs­pro­zes­se – wie hier in der Dis­po­si­ti­on — auto­ma­ti­siert wer­den sol­len. Haben Sie kei­ne Angst davor, die­se Schrit­te zu gehen! Die Vor­tei­le, die sich aus einer Auto­ma­ti­sie­rung der Dis­po­si­ti­on für Ihre Unter­neh­mung erge­ben, wer­den den Auf­wand deut­lich auf­wie­gen! Die Kunst liegt dar­in, die Her­aus­for­de­run­gen auf dem Weg ernst zu neh­men und womög­lich zu anti­zi­pie­ren. Wenn Ihnen das gelingt, wird es Ihnen gelin­gen, erfolg­reich mit die­sen umzu­ge­hen!

Der Arti­kel hat Ihnen gefal­len? Dann wür­de ich mich freu­en, wenn Sie ihn über die fol­gen­den Share-But­­tons mit Ihrem Netz­werk tei­len. Vie­len Dank dafür.

Dr. Sebastian Friedrich
Autor:
Dr. Sebas­ti­an Fried­rich
Im Jahr 2006 pro­mo­vier­te der Spe­zia­list für mathe­ma­ti­sche Opti­mie­rungs­al­go­rith­men am Insti­tut für Wirt­schafts­in­for­ma­tik der Uni­ver­si­tät Ham­burg über Ver­fah­ren für die tak­ti­sche Pla­nung der Sup­ply Chain. Seit 2014 lei­tet Dr. Fried­rich bei der ini­ti­ons AG den Bereich Mathe­ma­ti­sche Opti­mie­rung. Sei­ne zen­tra­le Auf­ga­be ist die Koor­di­na­ti­on sämt­li­cher Ent­wick­lungs­ar­bei­ten im Bereich Tou­ren­pla­nung und Dis­po­si­ti­on für den Trans­port­leit­stand OPHEO. Zuvor arbei­te­te Dr. Fried­rich in lei­ten­der Posi­ti­on bei der Luft­han­sa Tech­nik Logis­tik Ser­vices GmbH, wo er zuletzt für die Stra­te­gie­ent­wick­lung des Geschäfts­be­rei­ches Gerä­te­lo­gis­tik ver­ant­wort­lich war.

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