Warum Präzision in der Lkw-Tourenpanung erfolgsentscheidend ist
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TRANSPORTMANAGEMENT

4 Gründe, wieso Präzision bei der Lkw-Tourenplanung erfolgsentscheidend ist

Lese­zeit: 5 min

Eine gute Lkw-Tou­­ren­­pla­­nung ist die Grund­la­ge für erfolg­rei­che Trans­port­lo­gis­tik auf der Stra­ße. Das ist unstrit­tig. Span­nend ist aber die Fra­ge, ob es sinn­voll ist, bei der Tou­ren­pla­nung mit mög­lichst hoher Genau­ig­keit zu rech­nen. Denn klar ist auch, dass kein Tou­ren­plan eins zu eins so durch­ge­führt wird, wie er geplant wur­de. Durch Staus und Ver­zö­ge­run­gen bei Be- und Ent­la­dung erge­ben sich immer Ver­än­de­run­gen, die schlicht nicht vor­her­seh­bar sind. War­um also die Mühe machen und exakt pla­nen, wenn es hin­ter­her sowie­so anders kommt? Die Ant­wort ist ein­fach: Weil es sich lohnt – und zwar für alle Betei­lig­ten. Und zusätz­li­che Mühe macht es eigent­lich auch nicht. Die fol­gen­den 4 Grün­de erklä­ren, war­um das so ist.

1. Umsetzbarkeit sicherstellen

Die ers­te Anfor­de­rung, die jeder Tou­ren­plan erfül­len soll­te, ist, dass er umsetz­bar sein soll­te. Damit ist gemeint, dass die geplan­ten Tou­ren ohne Ver­stö­ße gegen Geset­ze und Regeln und unter Ein­hal­tung der mit den Kun­den ver­ein­bar­ten Lie­­fer- oder Abhol­ter­mi­ne so gefah­ren wer­den kön­nen. Klingt selbst­ver­ständ­lich – ist es aber nicht. Denn um die­se Anfor­de­rung zu erfül­len, braucht es schon eini­ges an prä­zi­sen Daten, z. B. hin­sicht­lich

  • Fracht­raum­ka­pa­zi­tä­ten und zuläs­si­gem Gesamt­ge­wicht eines jeden Fahr­zeugs
  • Gewicht und Volu­men der zu trans­por­tie­ren­den Sen­dun­gen
  • Ent­fer­nun­gen und Fahr­zei­ten unter Berück­sich­ti­gung von Lkw-Restri­k­­ti­o­­nen
  • Dau­er der Anfahrt zum nächs­ten Lade­ort
  • Dau­er von Be- und Ent­la­dun­gen in Abhän­gig­keit von Stand­ort und Sen­dungs­men­ge
  • Zeit­kon­to­stän­den der Fah­rer in Bezug auf Lenk- und Arbeits­zei­ten
  • Gefahr­gut­qua­li­fi­ka­tio­nen der Fah­rer
  • U. v. m.

Je mehr die­ser Daten nicht prä­zi­se, son­dern nur grob über den Dau­men gepeilt in die Pla­nung ein­be­zo­gen wer­den, des­to grö­ßer ist das Risi­ko, dass Tou­ren­plä­ne erstellt wer­den, die nicht umsetz­bar sind, also gegen phy­si­ka­li­sche oder gesetz­li­che Regeln ver­sto­ßen. Die Kon­se­quenz: Tou­ren müs­sen wegen Über­pla­nung schon in der Bela­de­pha­se geän­dert wer­den, kön­nen auf­grund dro­hen­der Lenk­zeit­ver­stö­ße nicht zu Ende gefah­ren wer­den, Kun­den­ter­mi­ne wer­den über­schrit­ten, Neu­an­fahr­ten müs­sen durch­ge­führt wer­den und es ent­ste­hen erheb­li­che Feh­ler­kos­ten.

Lager Lkw-Beladung

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2. Ressourcen optimal nutzen

Nun lässt sich ein­wen­den, dass ein halb­wegs erfah­re­ner Dis­po­nent – oft unter Zuhil­fe­nah­me einer tra­di­tio­nel­len Spe­di­ti­ons­soft­ware – in der Regel umsetz­ba­re Tou­ren­plä­ne erstellt, obwohl die oben auf­ge­führ­ten Daten nicht prä­zi­se, son­dern nur über den Dau­men gepeilt berück­sich­tigt wer­den. Das trifft auch häu­fig zu. Die Umsetz­bar­keit wird aller­dings teu­er erkauft durch die Ver­wen­dung von Puf­fern.

Puf­fer sind der Feind jeder Res­sour­cen­op­ti­mie­rung.

Immer, wenn wir Men­schen in der Situa­ti­on sind, unter unsi­che­ren Rah­men­be­din­gun­gen pla­nen zu müs­sen, grei­fen wir auf das Hilfs­mit­tel des Sicher­heits­puf­fers zurück. Im Kon­text der Tou­ren­pla­nung betrifft das vor allem die zeit­li­che Pla­nung, bei der auf Erfah­rungs­wer­te zurück­ge­grif­fen wird und bei­spiels­wei­se die Ein­satz­zei­ten der Fah­rer mit mehr oder weni­ger groß­zü­gi­gen Puf­fern ver­se­hen wer­den. Das ist bei unsi­che­rer Daten­la­ge auch ein ver­nünf­ti­ges Vor­ge­hen. Es hat aller­dings den gro­ßen Nach­teil, dass damit eine gute Aus­las­tung der Fah­­rer- und Fahr­zeug­res­sour­cen höchs­tens zufäl­lig gelingt, aber auf kei­nen Fall regel­mä­ßig und zuver­läs­sig. Bei die­sem Vor­ge­hen blei­ben somit Poten­zia­le und teu­re Res­sour­cen unge­nutzt.

Um Res­sour­cen opti­mal aus­zu­las­ten, müs­sen wir an Gren­zen gehen. Das ist nicht nur in der Trans­port­lo­gis­tik so, son­dern in vie­len Berei­chen des Lebens. Und um an Gren­zen zu kom­men, brau­chen wir mög­lichst prä­zi­se Daten und eine mög­lichst prä­zi­se Pla­nung. Je genau­er die Daten und die Pla­nung sind, des­to dich­ter kön­nen wir an die opti­ma­le Aus­las­tung her­an­kom­men. Kön­nen wir des­we­gen auf Puf­fer voll­stän­dig ver­zich­ten? Das wäre auf­grund der spon­tan auf­tre­ten­den Stö­run­gen nicht sinn­voll. Aber ganz ent­schei­dend ist: Wir kön­nen mit deut­lich gerin­ge­ren Puf­fern arbei­ten, sind des­halb dich­ter am Opti­mum und spa­ren sehr viel Geld.

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3. Kunden korrekt über den Ankunftszeitpunkt informieren

Neben opti­ma­ler Res­sour­cen­aus­las­tung und mög­lichst gerin­gen Trans­port­kos­ten spielt auch die Kun­den­zu­frie­den­heit in der Trans­port­lo­gis­tik eine gro­ße Rol­le. In die­sem Zusam­men­hang wird es immer wich­ti­ger, den Kun­den vor­ab einen mög­lichst prä­zi­sen und zuver­läs­si­gen Ankunfts­zeit­punkt des Lkw mit­zu­tei­len. Man spricht hier auch von der Esti­ma­ted Time of Arri­val oder kurz ETA. Was Ama­zon & Co. im B2C-Geschäft schon lan­ge vor­ma­chen, wird auch im B2B immer mehr zur Kun­den­an­for­de­rung.

Wäh­rend Pri­vat­kun­den oft mit der Aus­kunft leben kön­nen, an wel­chem Tag eine Sen­dung zuge­stellt wird, sind die Anfor­de­run­gen von Indus­trie und Han­del an die ETA-Gen­au­i­g­­keit in der Regel deut­lich höher. In vie­len Fäl­len wer­den stun­den­ge­naue Vor­her­sa­gen erwar­tet, damit Fol­ge­pro­zes­se zeit­lich genau ein­ge­tak­tet und War­te­zei­ten ver­mie­den wer­den kön­nen.

Prä­zi­se ETA-Pro­­­gno­­sen erfor­dern eine prä­zi­se Tou­ren­pla­nung.

Prä­zi­se ETA-Pro­­­gno­­sen kön­nen natür­lich nur auf Basis einer prä­zi­sen Tou­ren­pla­nung erstellt wer­den. Arbei­ten Sie in der Pla­nung hin­ge­gen nur mit gro­ben Abschät­zun­gen, so ist Ihre ETA-Berech­­nung zwangs­läu­fig mit so viel Unsi­cher­heit behaf­tet, dass Sie es gar nicht ris­kie­ren kön­nen, die­se Infor­ma­ti­on an Ihren Kun­den wei­ter­zu­ge­ben.

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4. Mit dem richtigen Setup führt präzise Planung nicht zu Mehraufwand

Prä­zi­se Tou­ren­pla­nung war vor eini­gen Jah­ren noch schwer umzu­set­zen, denn vie­le benö­tig­te Daten stan­den gar nicht zur Ver­fü­gung und die tra­di­tio­nel­len Soft­ware­sys­te­me waren auch nicht in der Lage, Tou­ren exakt zu pla­nen. Das hat sich inzwi­schen geän­dert:

  • Es gibt pro­fes­sio­nel­les Kar­ten­ma­te­ri­al und Rou­­ting-Engi­­nes, die unter Berück­sich­ti­gung von Lkw-Restri­k­­ti­o­­nen zuver­läs­si­ge Fahr­zei­ten berech­nen.
  • Aktu­el­le Tacho­sys­te­me kön­nen direkt aus dem Digi­ta­len Tacho des Lkw die Lenk­zeit­da­ten des Fah­rers an die Tou­ren­pla­nung über­ge­ben
  • Moder­ne Dis­po­si­ti­ons­sys­te­me kön­nen exakt pla­nen und auto­ma­tisch die not­wen­di­gen Lenk­zeit­pau­sen und Anfahrts­zei­ten in den Tou­ren­plan ein­bau­en.

Natür­lich gibt es für den Dis­po­nen­ten trotz­dem den Mehr­auf­wand, die Daten zu Fahr­zeug­ei­gen­schaf­ten, Fah­rer­qua­li­fi­ka­tio­nen oder Be- und Ent­la­de­dau­ern im Sys­tem zu erfas­sen. Aber bei die­ser Erfas­sung han­delt es sich um einen ein­ma­li­gen Auf­wand. Die Dis­po­si­ti­on und Tou­ren­pla­nung selbst wird mit dem rich­ti­gen Sys­tem sogar deut­lich ver­ein­facht und beschleu­nigt.

Ein guter Plan heu­te, ist bes­ser als ein per­fek­ter Plan mor­gen.

Geor­ge Smith Pat­ton

Und all denen, die dar­an zwei­feln, ob sie in der Lage sind, zu allen The­men prä­zi­se Daten bereit­zu­stel­len, sei gesagt: Die Ver­bes­se­rung der Prä­zi­si­on in der Tou­ren­pla­nung ist ein kon­ti­nu­ier­li­cher Pro­zess. Mit jedem zusätz­li­chen Schritt ver­rin­gern Sie Ihren Pla­nungs­puf­fer, ver­bes­sern Sie Ihre Res­sour­cen­aus­las­tung und sichern die Umsetz­bar­keit Ihrer Plä­ne noch bes­ser ab. Ent­schei­dend ist, dass Sie sich auf den Weg machen.

Fazit

Eine prä­zi­se Tou­ren­pla­nung ist sinn­voll und lohnt sich. Sie ver­hin­dert teu­re Pla­nungs­feh­ler und ver­är­ger­te Kun­den. Sie ermög­licht eine opti­ma­le Aus­las­tung der Fah­­rer- und Fahr­zeug­res­sour­cen. Und Sie ermög­licht zuver­läs­si­ge ETA-Pro­­­gno­­sen und die Bereit­stel­lung der berech­ne­ten Ankunfts­zei­ten zur Vor­ab­infor­ma­ti­on der Kun­den.

Und weil die erfor­der­li­chen Algo­rith­men und Sys­te­me vor­han­den sind, gibt es kei­nen Grund mehr, heu­te noch über den dicken Dau­men zu pla­nen.

Der Arti­kel hat Ihnen gefal­len? Dann wür­de ich mich freu­en, wenn Sie ihn über die fol­gen­den Share-But­­tons mit Ihrem Netz­werk tei­len. Vie­len Dank dafür.

Dr. Stefan Anschütz
Autor:
Dr. Ste­fan Anschütz

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